Petrochemie Cluster Tampico / Mexiko – VDMA Mitglieder bestätigen Potential nach Erkundung im April 2018

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In einer fünftägigen Reise erkundeten acht deutsche Prozesstechnik Anbieter im April 2018 die aktuelle Prozesstechniknachfrage in der Chemie- und Petrochemie in Mexiko-Stadt sowie im Petrochemie Cluster Tapico im Süden des Bundesstaates Tamaulipas. In Tampico gibt es aufgrund der geostrategischen Lage (Nähe zu Texas) und der Offshore Ölvorkommen eine hohe Dichte von Unternehmen der Chemie- und Petrochemie Industrie

Marktübersicht
Im Verlauf der Delegationsreise wurden Institutionen, Kundenverbände und Unternehmen, die der VDMA vorab mit der AHK abgestimmt hatte, besucht und vor Ort Gespräche mit der Unternehmensleitung – z.B. von Chemours und Indelpor – geführt. Hierbei konnten die Unternehmen Ihre Lösungen ins Gespräch bringen sowie Kontakt auf Entscheiderebene knüpfen. Im Rahmen einer Präsentationsveranstaltung in Mexiko City hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, Ihre Produkte einem Fachpublikum vor zu stellen. Hieraus und aus den anschließenden Match-Making Terminen mit vorab ausgewählten potentiellen Kunden und Partnern ergaben sich für viele der Teilnehmer wertvolle Kontakte.

Ein Austausch auf hohem Niveau mit den Direktoren des nationalen Regulierungsbehörde für Erdgas (CENAGAS), dem nationalen Chemieverband (ANIQ) sowie Vertretern des mexikanischen Energieministeriums (Sener) und des mexikanischen Instituts für Petroleum (IMP) in Verbindung mit den Kontakten zu Industrievertretern, vermittelten in kürzester Zeit ein sehr realistisches Bild zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Fazit und Ausblick
Als Fazit lässt sich zusammenfassen: der Gasmarkt wird in den kommenden Jahren – auch um die Energieversorgung bei wachsender Bevölkerung zu sichern und dank massiver Importe aus den USA – als wichtigste Energieressource weiter wachsen. Daneben beginnt man auch auf Erneuerbare zu setzen.  Mit einer Präsidentschaft AMLO ist aber mit einer Stärkung der Öl- & Gas-basierten traditionellen Infrastruktur zu rechnen. Angeblich soll sogar eine Raffinerie neu gebaut werden – ob das Wahlkampfgetöse bleibt, wird sich erst 2019 klären. Profitiert hat bisher die klassische Chemieindustrie, die laut ANIQ seit Jahren zweistellig wächst und auch in Zukunft in dieser Größenordnung zulegen dürfte, sofern die feedstock Versorgung, die wiederum die Petrochemie zur Verfügung stellen muss (aktuell ca. 50% Auslandimporte) sicher gestellt bleibt.

Einen katastrophalen Eindruck hat die Petrochemie hinterlassen: dieser ehemals in staatlichen Händen befindliche Sektor (Pemex) liegt weiterhin am Boden und das wird sich nicht wesentlich ändern, da die Petrochemie in den benachbarten USA effizienter, sicherer und kostengünstiger arbeitet. Da die Pemex den nationalen Bedarf nicht deckt, werden die Importe zwangläufig in den nächsten Jahren zunehmen müssen. Zudem vermuteten viele Gesprächspartner, dass die USA auf den Export von Energieressourcen sowie petrochemischer Produkte nach Mexiko im Rahmen der NAFTA-II Vereinbarungen bestehen werden. Das spricht aktuell nicht für einen Revival der Petrochemie im Lande, zumal die neue Öl- & Gas-Förderungen frühesten in 5 Jahren nennenswerte Mengen bringen werden. Das Land verfügt mit dem IMP, welches die meisten der Pemex Anlagen entworfen hat und zum Teil weiterhin wartet, über ein sehr gutes know-how. Das IMP verfügt auch über ein Kataster der Pemex Anlagen und hat auch schon Vorschläge zu Retrofit und Ertüchtigung in der Schublade: leider hat die Pemex aber kein Kapital für diese Maßnahmen.

Die Perspektiven für deutsche Technologielieferanten im Chemiecluster Tampico/Tmaulipas sowie Großraum Mexiko Stadt sind gut bis sehr gut; im Petrochemiesektor, jedenfalls aktuell, nicht vorhanden. Der VDMA wird diese Zielmärkte weiter beobachten und dort mittelfristig weiter Maßnahmen folgen lassen.

An der Erkundungsreise nahmen folgende Unternehmen teil: Advanced Machinery & Technology Chemnitz GmbH, ARI-Armaturen Albert Richter GmbH & Co KG, Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH, Vulkan do Brasil / Hackforth Holding GmbH & Co KG, Samson Aktiengesellschaft, Silica Verfahrenstechnik , SOPAT GmbH, Spilling Technologies GmbH. Den BMWI Abschlussbericht finden Sie unten als Download.

Marktinformationen
Mitglieder können in der Geschäftsstelle folgende Informationen abrufen:
- Verzeichnis Process Industry companies Cluster Tampico
- BMWi Zielmaktanalyse: Verfahrenstechnik in der Energieindustrie, Chemie- und Petrochemieindustrie Mexiko 2018
 

Für Fragen wenden Sie sich bitte an:

Ragnar Strauch, VDMA Forum Prozesstechnik, ragnar.strauch@vdma.org, Tel. +49 (0)69 6603-1393.


Bild: Flagge Mexikos.

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