VDMA Mitglieder kommen begeistert von Mexiko Öl & Gas Markterkundung zurück

VDMA / Ragnar Strauch

Vom 7. bis 11. November 2016 fand eine VDMA Fact Finding Mission Öl- & Gas-Markt Mexiko statt. Anlass ist die aktuelle Energiereform, die zu einer Öffnung aller Marktsegmente rund um Öl, Gas, Energie, Kraftwerke und Petrochemie führen soll. 12 Unternehmen informierten sich bei Behörden und Unternehmen in Mexiko Stadt sowie in den Öl- & Gas-Städten Villahermosa und Ciudad del Carmen. Das Programm war vom VDMA eng mit der AHK Mexiko und dem Bundeswirtschaftsministerium abgestimmt worden.

Quelle: VDMA / Ragnar Strauch

Die fünftägige Reise führte von Mexiko-Stadt zu den wichtigen mexikanischen Standorten für Explorations- und Produktionsaktivitäten, Villahermosa (Tabasco) und Ciudad del Carmen (Campeche). In einer Einführungsveranstaltung wurden die deutschen Unternehmen bei der AHK Mexiko durch die deutsche Botschaft in Mexiko, die AHK und den VDMA begrüßt und einerseits durch Experten über allgemeine Recht-, Steuer-, Import- und Finanzierungsfragen informiert.

Bild: Delegation bei der SENER – Mexikanisches Energieministerium, die die Energiereform steuert. Sowie Gespräche mit dem Energie-Staatssekretär sowie den Abteilungsleitern Upstream sowie Mid- & Downstream.

Quelle: VDMA / Ragnar Strauch

Zudem erläuterte der Leiter der Modernisierungskommission des bisherigen Strommonopolisten CFE den aktuellen Stand des Ausbaus des Gas-Pipeline Netzes in Mexiko. Die Geschäftsleitung des mexikanischen Öl- & Gasförderers Sierra Oil & Gas berichtete aus ihrer Sicht über den Fortgang der ersten Ausschreibungsrunden für die neuen Förderrechte durch die CNH (Commission National de Hibrocarburos) sowie ihre Einschätzung über die Marktentwicklung, die daraus folgt.

Im weiteren Verlauf der Delegationsreise wurden die einzelnen Institutionen und Behörden besucht, die den Teilnehmern einen wichtigen Überblick über die aktuellen Marktchancen gaben. Hierzu zählten insbesondere Gespräche mit dem Staatssekretär für den Kohlenwasserstoffsektor im mexikanischen Energieministerium, Vertretern der Nationalen Kommission für Kohlenwasserstoffe CNH und der Energieregulierungskomission (Comisión Reguladora de Energía, CRE), sowie auch wichtigen im mexikanischen Erdölsektor aktiven Unternehmen, die für zukünftige Projekte an der Implementierung deutscher Technologien Interesse signalisierten. Unter diesen befand sich das mexikanische Erdölunternehmen PEMEX, sowie Schlumberger, Sierra Oil & Gas, Grupo Díavaz und Grupo CEMZA. Ausgesprochen viel Zeit nahm man sich bei Schlumberger. Hier wie auch bei den anderen Unternehmen konnten sich die deutschen Firmen kurz vorstellen und Kontakte knüpfen.

Die deutschen Firmen präsentierten ihr Angebot in Kuzrvorträgen á 10 Minuten; danach folgten B2B Gespräche. (Quelle: VDMA / Ragnar Strauch)

Einen der Höhepunkte der Reise bildete die Öl- & Gaskonferenz am 9. November, in deren Rahmen sich die Teilnehmer einem Fachpublikum präsentierten. Ergänzt wurden die Vorträge durch Präsentationen des VDMA zur Leistungsfähigkeit der deutschen Ölbranche sowie eine Paneldiskussion von Vertretern der CNH und der Agentur für Sicherheit, Energie und Umwelt (Agencia de Seguridad, Energía y Ambiente, ASEA) sowie der Kanzlei Goodrich, Riquelme y Asociados, welche für ihre Expertise im Sektor anerkannt ist.

Besuch bei Schlumberger Villahermosa (Quelle: VDMA / Ragnar Strauch)

In Zusammenarbeit mit der Regierung von Tabasco, dem mexikanischen Arbeitgeberverband (Confederación Patronal de la República Mexicana , COPARMEX), dem Zentrum für Informations- und Energietransfer (Centro de Información y Transferencia Energética, CIE) und der nationalen Handelskammer der verarbeitenden Industrie (Cámara Nacional de la Industria de Transformación, CANACINTRA) wurden am 10. November in Villahermosa Geschäftstreffen zwischen den deutschen Teilnehmern und lokalen Akteuren realisiert. Im Rahmen der Veranstaltung präsentierten die mexikanischen Institutionen das breite Spektrum an Geschäftsmöglichkeiten im Bundesstaat. Ein ähnliches Programm wurde in Ciudad del Carmen gemeinsam mit dem dortigen Wirtschaftsministerium des Bundesstaates Campeche organisiert. Hierdurch hatten die deutschen Delegationsteilnehmer die Möglichkeit, neben einer gemeinschaftlichen Besuchsagenda durchschnittlich fünf individuelle Geschäftsgespräche an allen drei Standorten wahrzunehmen (Match-Making Treffen). Hier traf man allerdings eher auf potentielle Vertreter und Partner, weniger auf Kunden.

Die Teilnehmer erhielten auf der Reise einen interessanten Mix aus relevantenMarktinformationen und Geschäftskontakten und lobten die ausgezeichnete Organisation und Durchführung. Alle Unternehmer und der VDMA waren mit dem Zeitpunkt einer solchen Reise sehr zufrieden und werden weiterhin den mexikanischen Markt für ihre Aktivitäten im Blick behalten. Als Fazit haben die Teilnehmer mitgenommen, dass der Öl- & Gas-Markt in Mexiko aktuell noch sehr schwach ist, aber aufgrund der jetzt anstehenden Liberalisierungsmaßnahmen mit Aufträgen in den kommenden 2 – 3 Jahren zu rechnen ist. In der Abschlussbesprechung wurde daher angeregt, 2018 eine Wiederholung der Fact Finding Mission – dann mit einem stärkeren Fokus auf Downstream – vorzunehmen. Der VDMA wird dies aufgreifen und beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vorschlagen.

Titelbild: Delegation vor PEMEX Villahermosa; Quelle: VDMA / Strauch