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Schlammentwässerung bei der Trinkwasseraufbereitung

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Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Das schnelle Bevölkerungswachstum, insbesondere in so genannten Megacitys, und die damit verbundene notwendige Versorgung der Einwohner mit Trinkwasser sowie die hohe Belastung von Oberflächengewässern stellen große Anforderungen an Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Da die benötigten hohen Mengen an Trinkwasser in vielen Ländern nicht allein durch Quell- oder Grundwasserreservoirs gedeckt werden können, müssen Oberflächengewässer, wie Seen und Flüsse, mittels eines speziellen Verfahrens zur Trinkwassergewinnung erschlossen werden.

Verfahrensschritte der Trinkwasseraufbereitung

Das Rohwasser der Oberflächengewässer wird über eine Pumpstation zur Trinkwasseraufbereitungsanlage gepumpt. Dort wird das Rohwasser in der ersten Stufe, meist mit Hilfe von Chlor, vorhygienisiert. Danach wird das Rohwasser mit Fällsalzen versetzt, um Eisen, Mangan und andere gelöste Metallver bindungen sowie Schwebstoffe aus dem Rohwasser zu fällen. Die durch die Metallsalze entstandenen Flocken werden in der Sedimentations-/Filterstufe, meist durch Lamellenklärer oder Kiesfilter, vom Klarwasser getrennt. Das Klarwasser wird zur Entfernung der restlichen Trübstoffe anschließend durch Sandfilter gepumpt, daraufhin nochmals hygienisiert und dann in das Wasserversorgungsnetz gepumpt.

Effiziente Schlammentwässerung im Fokus

Der bei der chemischen Fällung sowie durch die Rückspülung der Kies- und Sandfilter entstandene Schlamm wird in statische Eindicker gepumpt und von dort aus über Bandfilterpressen entwässert. Der statisch eingedickte Schlamm wird aus den Eindickern abgezogen, mit Polymeren versetzt und auf die Pressen gegeben, wo sich die feste von der flüssigen Phase trennt. Die feste Phase wird mit einer Siebbandpresse weiter entwässert. Durch die sorgfältige Auswahl des Entwässerungsaggregates ist es möglich, große hydraulische Belastungen abzufangen und anschließend den Schlamm einem schonenden und zugleich effizienten Pressverfahren zu unterziehen. Dies wird mit Bandfilterpressen der neuesten Generation erreicht – bei einem niedrigen Energieverbrauch und geringen Betriebskosten. Der entstandene Presskuchen wird anschließend auf Deponien entsorgt bzw. in der Industrieproduktion als Füllstoff verwendet. Das Press- und Klarfiltrat wird dem Trinkwasserbehandlungsprozess wieder zugeführt.

Quelle (Artikel, Foto): Kühner, R.: Schlammentwässerung bei der Trinkwasseraufbereitung, in: VDMA (Hrsg.): Wasser- und Abwassertechnik, 10. Auflage, 2012, VDMA Verlag GmbH, Frankfurt am Main, S. 14-15.

Bildquelle : Gebr. Bellmer, Niefern-Öschelbronn

Gebhart, Peter
Gebhart, Peter
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