Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate: Export im Plus, Produktion im Minus

donvictorio / www.shutterstock.com

Die Exporte von verfahrenstechnischen Maschinen und Apparaten erreichten im Jahr 2015 ein Volumen von 5,5 Mrd. Euro, wie der Fachverband zur Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft (IFAT) 2016 bilanziert. Das entspricht einem Plus von 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Einen Zuwachs gab es für die Exporte in die EU-Partnerländer (+3,2 Prozent), in den Nahen Osten (+4,3 Prozent), nach Zentral- und Südasien (+6 Prozent), nach Nordamerika (+13,3 Prozent) wie nach Lateinamerika (+16,7 Prozent), nach Afrika (+2,3 Prozent) sowie nach Australien (+0,3 Prozent). Die Maschinenausfuhren ins Sonstige Europa (-15,9 Prozent), nach Ostasien (-3,5 Prozent) und nach Südostasien (-1,8 Prozent) waren dagegen rückläufig.

Der Blick auf die deutsche Produktion verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate zeigt, dass diese nach 5 Jahren stetigen Wachstums im Jahr 2015 um 10 Prozent auf 6,9 Mrd. Euro gesunken ist.

Die wichtigsten Abnehmerländer

Die USA haben China, seit 2011 größtes Abnehmerland verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate aus Deutschland, wieder abgelöst. Der von der chinesischen Regierung betriebene Prozess des „new normal“, d.h. weniger export- und investitionsgetriebenes Wachstum, stattdessen mehr Wachstum durch Konsum und Dienstleistungen, wurde fortgesetzt und führte zu einem Rückgang der deutschen Exporte um 10 Prozent auf ein Volumen von 513 Mio. Euro. Dagegen stiegen die Exporte in die USA um 13,8 Prozent auf einen Wert von 575 Mio. Euro.

Nach den USA und China folgen in der Top10-Liste der bedeutendsten Abnehmerländer Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweiz, die Niederlande, Russland, Korea und Österreich.

Aufstrebende Märkte

Positiv entwickelt hat sich im Jahr 2015 die Türkei. Die deutschen Exporte in die Türkei stiegen um 14,1 Prozent auf einen Wert von 124 Mio. Euro. Infrastrukturprojekte und strukturelle Reformen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sollen die Voraussetzungen für ein verstärktes Engagement ausländischer Firmen in der Türkei verbessern. Allerdings stellt die Ungewissheit über den weiteren Fortgang der Syrienkrise ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung dar.

In Mittelamerika erweist sich Mexiko als Wachstumstreiber (+75,4 Prozent) bei nennenswertem Volumen. Große Hoffnungen knüpfen sich an die Energiereform sowie an den Ausbau der Gasinfrastruktur. Durch die Öffnung der Petrochemie für Privatinvestoren dürften sich weitere Geschäftschancen ergeben.

Ebenfalls auf Wachstumskurs befindet sich Thailand. Die Exporte dorthin stiegen im Jahr 2015 um 44,6 Prozent auf 47,6 Mio. Euro. Investiert wird in Anlagen zur Produktion von Komponenten für die Polyurethanherstellung, die in einer Vielzahl von Produkten verwendet werden.